Die beste Reisezeit für eine Safari in Afrika

Oder: warum die einfache Antwort leider nicht immer die richtige ist

„Wann ist denn die beste Reisezeit?“

Das ist eine der Fragen, die in fast jeder Beratung kommt. Und sie ist absolut berechtigt. Schließlich möchte niemand zur falschen Zeit am falschen Ort sein.

Das Problem ist nur: Die eine beste Reisezeit für Afrika gibt es nicht.

Afrika ist groß. Sehr groß. Und selbst innerhalb eines Landes können Klima, Landschaft, Tierbewegungen und Reisebedingungen sehr unterschiedlich sein. Was für Botswana im August hervorragend ist, muss für die Kapregion nicht automatisch gelten. Was in Tansania gerade spannend ist, kann in Namibia völlig anders aussehen. Und was für Tierbeobachtung ideal ist, ist vielleicht nicht die beste Zeit für Landschaftsfotografie, Strandverlängerung oder Kapstadt.

Trotzdem gibt es natürlich Faustregeln.

Für viele klassische Safariregionen sind die trockenen, eher kühlen Monate des afrikanischen Winters besonders beliebt. Das ist ungefähr die Zeit, in der bei uns Sommer ist. Die Vegetation ist dann oft lichter, Wasserstellen werden wichtiger und Tiere lassen sich häufig leichter beobachten. Außerdem sind die Temperaturen tagsüber meist angenehm, und Moskitos sind in vielen Regionen weniger präsent als in feuchteren Monaten.

Klingt nach der perfekten Antwort? Ja. Aber natürlich kommt jetzt das Aber.

Denn die sogenannten Randzeiten und auch die regenreicheren Monate haben ebenfalls ihren Reiz. Und zwar einen großen. Die Landschaft ist grüner, das Licht oft wunderschön, die Wolken dramatischer, die Luft klarer. Es sind weniger Besucher unterwegs, die Preise können attraktiver sein, und gerade für Fotografen kann diese Zeit großartig sein.

Die Regenzeit ist außerdem in vielen Regionen besser als ihr Ruf. Viele stellen sich darunter tagelangen Dauerregen vor, grauen Himmel, matschige Wege und schlechte Laune. Das kann vorkommen, ist aber nicht die Regel. Häufig regnet es in Schauern, oft am Nachmittag oder Abend. Dazwischen gibt es Sonne, intensives Grün und eine ganz andere Stimmung als in der Trockenzeit.

Das bedeutet natürlich nicht, dass ich jede Region zu jeder Jahreszeit empfehlen würde. Manche Wege sind in der Regenzeit schwer passierbar. In einigen Gebieten verteilen sich die Tiere stärker, weil Wasser überall verfügbar ist. In anderen Regionen wiederum beginnt gerade dann eine besonders spannende Zeit: mit Jungtieren, Zugvögeln, blühender Landschaft und weniger Fahrzeugen an den Sichtungen.

Und dann ist da noch Kapstadt.

Kapstadt spielt klimatisch nach eigenen Regeln. Während viele Safarigebiete im südlichen Afrika in unseren Sommermonaten trocken und gut bereisbar sind, hat die Kapregion ihr trockenes, warmes Wetter eher im südafrikanischen Sommer – also in unseren Wintermonaten. Im dortigen Winter muss man in Kapstadt deutlich häufiger mit Regen rechnen.

Wer also Kapstadt und Safari kombinieren möchte, steht manchmal vor einer kleinen Planungsaufgabe. Kein unlösbares Problem, aber eben auch nichts, was man mit einem pauschalen „fahren Sie im August“ beantworten sollte. Oft sind die Übergangsmonate eine sehr schöne Lösung, weil man verschiedene Interessen gut miteinander verbinden kann.

Die beste Reisezeit hängt also weniger von einem Kalenderblatt ab als von der Frage: Was möchten Sie erleben?

Möchten Sie möglichst gute Chancen auf Tierbeobachtungen? Möchten Sie die große Tierwanderung sehen? Möchten Sie fotografieren? Möchten Sie Kapstadt einbauen? Möchten Sie mit Kindern reisen? Möchten Sie möglichst wenige andere Besucher treffen? Spielt das Budget eine große Rolle? Vertragen Sie Hitze gut? Ist Ihnen üppiges Grün wichtiger als maximale Sichtweite?

Sie merken schon: Aus einer einfachen Frage wird ziemlich schnell ein Beratungsgespräch.

Und genau so sollte es auch sein. Denn die „beste“ Reisezeit ist nicht die beste Reisezeit. Sie ist die beste Reisezeit für Ihre Reise.

Ich plane Safaris deshalb nicht nach pauschalen Tabellen, sondern nach Ihren Wünschen, Ihrer Route und den Bedingungen vor Ort. Manchmal ist die klassische Hauptsaison genau richtig. Manchmal ist ein Monat, den viele gar nicht auf dem Schirm haben, die viel bessere Wahl.

Oder anders gesagt: Es gibt selten die eine perfekte Antwort. Aber fast immer gibt es eine sehr gute Lösung.